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TU Berlin

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XXII. Jahrestagung der DVCS

Kontinuität und Umbruch in Chinas Geschichte und Gegenwart

Monique Nagel-Angermann (Westfälische-Wilhelms-Universität Münster):

Die Sechzehn Staaten – eine Phase des Umbruchs oder auch der Kontinuitäten? (Abstract)

Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs der Han und der sich daran anschließenden Etablierung der Drei Reiche folgte 280 der kurzlebiger Versuch der Herrscher der Westlichen Jin an das Ideal der Reichseinheit anzuknüpfen. Die Strukturen des Reichs erwiesen sich jedoch als nicht tragfähig. Konflikte zwischen Ministern am Hof und nahen Angehörigen des Kaiserhauses endeten in einem Bürgerkrieg. Aufstände und das Erstarken verschiedener in der Zwischenzeit eingewanderter Völkerschaften aus dem Norden und Westen führten zu einer Fluchtwelle nach Süden. 317 restaurierte sich die Östliche Jin und dominierte von ihrem Machtzentrum im Bereich des heutigen Nanjing aus bis 420 den Süden des damaligen China. Der Norden hingegen wurde bis zur Wiedervereinigung unter den Nördlichen Wei im Jahre 439 von den äußerst kurzlebigen, so genannten Shiliu guo „Sechzehn Staaten“ geprägt. Neben einigen wenigen Staaten, deren Führer sich auf hanchinesische Herkunft zurückführten, standen Männer aus Familien der Völkerschaften der Xiongnu, der Xianbei, der Di und der Qiang an der Spitze dieser neuen Staaten. Das Bild ausgewählter traditioneller Geschichtswerke über diese, extrem von Machtwechseln geprägten Periode soll kritisch beleuchtet werden. Lassen sich Antworten auf die Frage finden, inwiefern es sich bei der Zeit der Sechzehn Staaten nur um eine Umbruchsphase handelte oder im Gegenteil in bestimmten Bereichen bewusst an politische und kulturelle Traditionen angeknüpft wurde. Darüber hinaus wird zu bedenken sein, in welchem Maß die Schilderungen der Werke als Standortbestimmung zu Fragen der Kontinuität und des Umbruchs der Verfasser der Geschichtswerke selber aufzufassen sind.