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TU Berlin

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Vortragsreihe

Wintersemester 2002/2003

10.10.2002
Auf den Strassen von Chang'an: Anmerkungen zur Umwelt-, Verkehrs- und Sozialgeschichte der Hauptstadtregion der Westlichen Han-Zeit (206 v.u.Z.-24 u.Z.)
Dr. Nany Kim, Heidelberg
14.11.2002
Öle und Fette. Produktion und Vertrieb in der Ming-Zeit am Beispiel des Tiangong kaiwu
PD Dr. Dagmar Schäfer, Würzburg
12.12.2002
Vom Rotlehmbrocken zum Luftkissen – Chinas 5000-jährige Kopfstützen-Tradition
Franz X. Peintinger, München
09.01.2003
Straßenbau und Straßenzustand in der späten Qing-Dynastie (19. und beginnendes 20. Jh.)
Elisabeth Kaske, Heidelberg
13.02.2003
Gebrauch und Verbrauch: Konsumieren in unterschiedlichem sozio-kulturellem Kontext an Beispielen aus Südostasien und Ozeanien
Prof. Dr. Dietrich Treide, Leipzig

Sommersemester 2003

08.05.2003
Zhan Tianyou und die Eisenbahnlinie über den Badaling-Paß
Die Verfilmung des Lebens von Zhan Tianyou, dem fast schon legendären Ei-senbahningenieur der späten Qing- und Republikzeit, der mit dem ersten chine-sischen Bau einer Bahnlinie beauftragt wurde, sorgte in China 2000 für Aufseh-en. In diesem Vortrag wird zunächst das Schaffen Zhan Tianyous vorgestellt. Er widmet sich im weiteren speziell der Trassierung, den Betriebsmitteln und dem Betrieb der Bahnlinie Beijing Xizhimen – Nankou – Qinglongqiao – Kangzhuang. Den Abschluß bildet ein Blick auf die Bahnlinie heute.
Dr. Dirk Forschner, TFH Wildau
10.07.2003
Alltag und Licht im Norden Chinas – wie die Beleuchtung die Wohngewohnheiten prägte
Während der langen Winterzeit wurden in Nordchina bis zur Verbreitung elek-trischen Lichts alltägliche Tagesabläufe in besonderer Weise durch die verfüg-baren Lichtquellen geprägt. Die häusliche „Zwangsgemeinschaft“ unterlag ei-nem ständigen Kampf um Licht und Wärme. Dieser Vortrag bietet eine kurze Geschichte der Beleuchtungstechniken Chinas und widmet sich insbesondere den Beleuchtungsbedingungen als wesentlichen Elementen für die Veränderung der Wohnkultur.
Wu Xiujie, M.A., Berlin

Sommersemester 2004

13.05.2004
Schlafräume – Raum-Nahme von Schlafenden Mit dem zunehmenden Rückzug des Schlafens ins Private und seiner Verbannung aus dem öffentlichen Raum in weiten Teilen Europas entwickelten Staat und Industrie ein Interesse am schlafenden Körper. Obwohl Aufklärung, Industrialisierung und Hygienewissenschaft auch in Japan Fuß fassten, wirkten sich diese auf das dortige Schlafverhalten anders aus. In ihrem Vortrag wird Brigitte Steger auf Grundlage zahl-reicher Beispiele zum einen die Orte beschreiben, an denen Schlaf stattfindet und der Frage nachgehen, wie sich diese Orte und deren Ausstattung auf die Organisation des Schlafens auswirken. Andererseits be-schäftigt sie sich mit den Regeln, besonders in bezug auf die Körperidiome, die sich je nach Ort und sozialer Situation des Schlafens ändern. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt auf Japan, es wird aber auch auf China und Europa eingegangen.
Brigitte Steger, Dr. Mag., Universität Wien
(Moderation: Xiujie Wu, Berlin)
10.06.2004
Landwirtschaftliche Techniken in gelehrten Texten des traditionellen China Der Vortrag stellt eine Auswahl an verschiedenen Formen und Funktionen vor, in denen agrarische Kenntnisse und Techniken in gelehrten Texten des traditionellen China zur Darstellung kommen. Anhand thematischer Beispiele kommen dabei Einträge aus den staatlichen Agrarkompendien, den Lokalmono-graphien, aber auch aus privaten Spezialschriften und belehrenden Essays zur Sprache.
Martina Siebert, Dr., Universität Würzburg
(Moderation: Mareile Flitsch)
8.07.2004
Nachbarschaft ausgeschlossen? Zylinderschloß und Nachbarschaft in japanischen Städten in den 1960er Jahren Seit der Zeit des Hohen Wirtschaftswachstums (1955-73) schwächt sich die Intensität nachbarschaftlicher Beziehungen in japanischen Städten ab. Eine der Ursachen ist die Einführung der von außen abschließba-ren Haus- bzw. Wohnungstür. Die Art und Weise ihrer Benutzung wurde allerdings durch das gestiegene Bedürfnis nach familiärer Privatheit beeinflußt. Der Vortrag möchte zu einer allgemeinen Diskussion über den Wandel von Lebensgewohnheiten als Resultat des Zusammenspiels technischer Innovationen und kultureller Orientierungen anregen.
Katja Schmidtpott, M.A., Universität Bochum
(Moderation: Amir Moghaddass Esfehani)

Wintersemester 2004/2005

14.10.2004
Ordinariness and the Exceptional. Everyday Life Artefacts in Ritual Contexts. A Case Study in Tianshui, Gansu Province, Northwestern China Many everyday artefacts like candles, yellow paper, tea, foodstuffs, bottles or willow twigs are used in ritual sacrifices for rain in northwestern China. Their implementation within the ritual context implies symbolic meanings attributed to them that are entirely different from those in everyday life. Dr. An Deming will analyse in his contribution how the re-defining of everyday objects in ritual is performed and how their appearance in ritual may be related to social aspects of the sacrifices for rain.
Dr. An Deming, Akademie der Sozialwissenschaften, Beijing
11.11.2004
Smoking of Tobacco in Qing China
Lucie Olivova, PhD, Palacky University, Olomouc, Czech Republic
09.12.2004
The Genie of the Lamp
Prof. Dr. Jan Garnert, Stockholm University
14.01.2005
Die kulturelle Dimension des Aborts im alten China Die Verrichtung des „Geschäftes“ gehört ähnlich wie das Essen, Trinken und Schlafen zu den physisch bedingten und gesteuerten Bedürfnissen von Mensch und Tier. Während wir aber gewohnt sind, unzähligen Siebecks, Biolecks und Olivers zuzuhören, wie sie sich über ganz oder halbwegs exotische Gaumengenüsse und teilweise auch Tischsitten verbreiten, pflegt das „Örtchen“ nach wie vor weitgehend „still“ zu sein. Dass dies heute bei uns so ist, hat aber nun nicht mehr nur etwas mit Biologie, sondern bis zu einem gewissen Grade auch mit Kultur zu tun. Es lassen sich nicht nur andere Umgangsarten mit dem „Abortigen“ denken, sondern in anderen Ländern und in der Geschichte auch tatsächlich beobachten. Der Vortrag vergleicht verschiedene biologische, kulturelle, soziale, ökologische und ökonomische Aspekte des Themas und versucht mit Hilfe von Beispielen aus der Geschichte, insbesondere des alten China, Konstanten und Unterschiede herauszuarbeiten.
Dr. Enno Giele, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Sinologie und Ostasienkunde
21.01.2005
Mnemosynes Krake: Archive und Politik in der VR China Das Archivsystem der VR China evoziert das Bild eines mnemosynischen Kraken, der seine Tentakel in sämtliche Winkel des Behördengedächtnisses taucht, die nahrhaften Erinnerungsstücke aufsaugt, vorverdaut und in vermeintlich zuträglicher Dosierung und Zusammensetzung an ausgewählte Esser und Köche abgibt. Wie umfassend ist die staatliche Hegemonie über das archivalische Erbe in der VR China tatsächlich? Konvergiert der orwellsche Schauer vor diesem Machtinstrument mit dem realen Wirkungsfeld der Archivare? Der Vortrag wird verschiedene Formen der politischen Instrumentalisierung von Staatsarchiven in der VR China während der Mao-Ära und seit dem Kurswechsel der Reformer diskutieren und dabei auf systemimmanente Imponderabilien sowie die Eigendynamik des Liberalisierungsprozesses verweisen.
Vivian Wagner, Dr. des, Institut für Sinologie, Ludwig-Maximilians- Universität, München

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