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Hanfkuchen (麻餅) und Goldener Saft (金汁): Düngen in China

Die chinesische Landwirtschaft war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weitestgehend organisch, denn erst in den Sechzigerjahren brachten chinesische Bauern vermehrt chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf ihren Feldern aus. Während Medien in der Gegenwart regelmäßig die Gefahren durch Überdüngung thematisieren, mussten Bauern im traditionellen China eher das Problem des Mangels an Düngemitteln lösen. In China „hält man mit allen als Dünger verwertbaren Substanzen sorgfältig Haus“ schrieb Sir John Francis Davis in The Chinese: A General Description of the Empire of China and its Inhabitants (London: 1836). Auch andere westliche Reisende und Gelehrte zeigten sich beeindruckt vom Einfallsreichtum der chinesischen Bauern, wenn es darum ging, die Fruchtbarkeit ihrer Böden zu erhalten; dies „ohne alle Wissenschaft, von der dieses Volk nichts weiss“, wie der deutsche Chemiker und „Vater“ der modernen Agrarchemie Justus von Liebig Mitte des 19. Jahrhundert bemerkte. Erste Erwähnungen von Düngemitteln finden sich bereits auf den Orakelknochen der Shang, doch erst seit der Song-Dynastie verfassten chinesische Gelehrte Schriften, in denen sie sich detaillierter mit Dünger auseinandersetzten, so dass sich in landwirtschaftlichen Texten mehr als 100 verschiedene Düngemittel identifizieren lassen. Auf Grundlage von chinesischen und westlichen Quellen wird dieser Vortrag die Entwicklung der Düngetechnik im China nachzeichnen und anhand von Beispielen den Fragen nachgehen, wie chinesische Gelehrte erklärten, was Dünger ist, warum Bauern ihn verwenden müssen und wie er auf die angebauten Pflanzen wirkt.

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