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TU Berlin

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QIAN Yu Fotografien im China Center - Vernissage 07.Mai 2019

Generationenkluft, Juni 1988, Fengsheng-Hutong
Lupe

Bilder einer Zeitenwende: Ansichten aus dem Beijing der 80er-Jahre

Unser kollektives Gedächtnis vom früheren Leben in den großen Städten der Welt ist maßgeblich geprägt von Fotografien, die mit ihrer Rollei oder Kleinbildkamera einfühlsam Alltagsszenen fernab vom staatlichen Ritual oder prominenten historischen Ereignissen festhielten. 
Dieses unscheinbar anmutende Leben im öffentlichen Raum hat für das Beijing der 80er-Jahre der erst kürzlich verstorbene Qian Yu (1942-2017) als Chronist festgehalten. 

Mit Eröffnung der Ausstellung
am 7. Mai 2019 um 18:30 Uhr
zeigt das China Center der TU Berlin eine Auswahl seiner Bilder. 


Zu sehen sind Menschen, keine Panorama-Bilder, keine Architektur, keine Luftaufnahmen. Die unspektakulären Alltagsszenen strahlen Ruhe und Gelassenheit aus - die uns umso mehr berühren, weil wir sie als Gegensatz zu Lärm und Hektik der heutigen auftrumpfenden Hauptstadt wahrnehmen. 

Alte Schwarz-Weiß-Bilder können zu einem verklärenden Blick auf die Vergangenheit verführen. Doch Qian Yus Aufnahmen evozieren das Nostalgische vor allem deshalb, weil uns vom alten Beijing dieser Bilder ein revolutionärer Umbruch trennt, einschneidender vielleicht als jede frühere historische Zäsur: es ist das Beijing zu Beginn der neuen marktwirtschaftlicher Entwicklungen, das erste Jahrzehnt der Öffnungs- und Reformpolitik unter Deng Xiaoping. Es ist ein Rückblick in das vor-digitale Zeitalter, die Zeit vor der großen Globalisierung. Der Konsumverzicht des Jahrzehnts der Kulturrevolution liegt gerade erst hinter den Menschen, und viele erfreuen sich schon eines bescheidenen Wohlstands, während bei anderen noch die Nöte des Alltags deutlich erkennbar sind. Es zeigt die Zwischenzeit des Aufatmens.

Qian Yus Bilder entlarven hohle Polit-Propaganda ebenso wie leere Werbeversprechen aus der Welt des Konsums. Sie heben nicht den sozialkritischen Holzhammer, sind eher „leise“ mit humorvoll-ironischem Unterton – ein Zeitdokument besonderer Art.

Die Ehefrau des Fotografen, die Schriftstellerin Li Jianming, wird die Ausstellung im China Center eröffnen. 

Sie sind herzlich eingeladen!

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