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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Wie leben wir in den nächsten 10, 20, 30 Jahren? Welche Veränderungen bringen Innovationstechnologien in unserer Lebenswelt und wie beeinflusst die schnell voranschreitende Digitalisierung die Gesellschaft? 

Im Vergleich zu Europa ist China ein Innovationsinkubator: 
Es gibt viele innovative Talente, unterstützt von staatlichen Agenturen boomt die innovations-technologische Start-up-Szene und risikofreudiges Wagniskapital ist reichlich vorhanden. Der politische Systemrivale begünstigt diese Entwicklung mit einer zügigen Umsetzung und Verbreitung neuer Technologien in einer experimentierfreudigen Gesellschaft.

23.11.2021|"SEA MY FUTURE: MEERESFORSCHUNG"

Lupe [1]

Wann: Dienstag, 23.11.2021, 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Wo: Digitaler Raum, Zoom, Link wird in Kürze bekannt gegeben

SEA MY FUTURE: MEERESFORSCHUNG    
Die Weltmeere haben schon immer als lebenswichtige Ökosysteme eine essentielle Bedeutung eingenommen. Die Meeresforschung und die dafür erforderliche Meerestechnik sind zentral für ein besseres Verständnis der Prozesse in den Ozeanen unseres Planeten. Ob für die Bewältigung der globalen Klimakrise, für den Meeres- und Küstenschutz, zur Risikovorsorge, der Abwehr von Umweltgefahren oder auch der Rohstoffversorgung: Die Zukunft braucht Meer! Wie sieht es da in China aus?
Wie unterscheidet sich die Strategie Chinas von den anderen Nationen? Auf welchen Feldern liegt die Zukunft der chinesischen Meeresforschung und -technik?         
Der Beitrag behandelt jüngere „Marine Technologies" in China und ihre rapiden Fortschritte, durch die Chinas Ozeanographie auf die Überholspur gewechselt ist.

Mit einem Beitrag von:  
Warner Brückmann        
(GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)

Weitere Chinnotopia-Veranstaltungen im Semester folgen am 14.12.2021, 18.01.2022 jeweils von 16-18 Uhr.

chinnotopia - Future designed by China

ist ein neues online-Format für den Informationsaustausch rund um die Technologieentwicklungen in China und ihre Einflüsse auf die Gesellschaft(en). In den Werkstattgesprächen setzten wir uns mit Zukunftsszenarien einer Gesellschaftstransformation in China und Europa auseinander.

Mit der online-Feature-Reihe wird auch ein innovatives Lehrformat angeboten, die monatlichen Werkstattgespräche sind in eine gleichnamige Lehrveranstaltung eingebettet. chinnotopia richtet sich an Studierende ebenso wie an eine breite Zuhörerschaft aus Fachwelt und interessierter Öffentlichkeit. chinnotopia ist eine Vortragsreihe des TUWITECH-Projektes, die sich insbesondere an Gründungsinteressierte und Gründer*innen richtet. 

chinnotopia wird in Kooperation von 

Dr. Josie-Marie Perkuhn [2] (CAU), 

Nancy Wilms, PhD (RUB) und 

Dr. Tania Becker [3](TUB) angeboten. 

Lupe [4]

Chinas Innovationsschub: Utopie oder Dystopie? Die Feature-Reihe chinnotopia beleuchtet den Innovationsschub in Asien [5]

Call for Participation

Lupe [6]

Wer sich aktiv mit einem einminütigen Statement an der Diskussion beteiligen möchte, bewirbt sich bitte mit einem ShortBio (max. 250 Wörter) bis zum Freitag vor der jeweils kommenden Veranstaltung.

Für die Zugangsdaten senden Sie uns bitte einfach eine 
Anmeldung
info@chinnotopia.de [7]

Veranstaltungen 2020/2021

Lupe [8]

26.10.2021 | Homo Digitalis: Digitale Gesellschaftstransformation

Lupe [9]

Wann: Dienstag, 26.10.2021
16:00 Uhr – 18:00 Uhr

HOMO DIGITALIS: DIGITALE GESELLSCHAFTSTRANSFORMATION           

Wie werden wir in 10 - 20 - 30 Jahren leben? Welches Potenzial steckt in der digitalen Gesellschaftstransformation für den Menschen von morgen? Seit der Gründung der Volksrepublik entwickelt Chinas Regierung kontinuierlich Reformen: Nun bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, die in nahezu alle Bereiche der Lebenswelt eingreifen.          

Diskutieren Sie mit uns über die faszinierenden und erschreckenden Zukunftsvorstellungen eines homo digitalis.

Mit Beiträgen von:          
Carsten Senz
(Huawei) und Dr. Hannes Jedeck (Konfuzius-Institut, Bonn)

Weitere Termine im Semester folgen am 23.11.2021, 14.12.2021, 18.01.2022 jeweils von 16-18 Uhr.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für den Zoom-Link senden Sie bitte eine E-Mail an info@chinnotopia.de [10]

12.07.2021 | The Frog Leap To Quantum-Tech: China´s Non-Binary Future

Wann: Dienstag, 13.07.2021
16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Wo: Diese Veranstaltung findet im digitalen Raum statt. Sie können sich noch bis zum 12.07.2021 über info@chinnotopia.de [11] anmelden.

THE FROG LEAP TO QUANTUM-TECH: CHINA'S NON-BINARY FUTURE          
Was verbirgt sich hinter der Hoffnung auf Quantencomputer? Quantentechnologien versprechen bessere Sensoren, sichere Kommunikation und ein neues Computer Paradigma. Die Erwartung an den Quantencomputer ist es, mit herkömmlichen Computern unlösbare Probleme in Zukunft lösen zu können. So wird weltweit in Quantentechnologien investiert; keiner will zurückfallen, falls die Technologien marktreif werden. China hat offensichtlich eine Quantenstrategie, denn in den letzten Jahren mehren sich die wissenschaftlichen Durchbrüche aus China. Beispielhaft werden Durchbrüche in satellitengestützter Quantenkommunikation, in Boson Sampling und ein sehr aktuelles Experiment zu Quantum Supremacy vorgestellt. 

Keynote: Dr. Christian Dickel & Felix Münning  

Postdoc & PhD Candidate an der Universität Köln im ML4Q Exzellenzcluster

In der Diskussion haben wir die Möglichkeit, mit weiterer Fachexpertise im Gespräch gängige Missverständnisse rund um die Quantenmechanik und den Quantencomputer auszuräumen. Dr. Tania Becker wird einen chinaspezifischen Input mit eigenen Forschungseinblicken beisteuern.

15.06.2021 | D(AI)CHOTOMY OF TECHNOLOGICAL LEADERSHIP

Lupe [12]

Wann: Tuesday, 15 June 2021
4 p.m. - 6 p.m. (CEST)

Wo: This online feature takes place in the digital space. You can still register until an hour before the event via mail at info@chinnotopia.de [13].

D(AI)CHOTOMY OF TECHNOLOGICAL LEADERSHIP

Artificial intelligence is a new focus of international competition. China prospects to be a world leader in AI. Yet, the situation regarding national security and international competition is becoming more complicated. Time to unpack different perspectives on what scientific and technological leadership means and to discuss China's current AI development and capabilities in comparison with other leading nations.      

Keynote: Jeffrey Ding        
PhD Candidate in international relations at the University of Oxford.

Mao Yishu, a pre-doctoral fellow at the Max Planck Institute for the History of Science, will give a Vision Talk based on her analysis of the broad online discussions and she will shed some light on the future trajectory of AI development in China. In addition, Nancy Wilms PhD and Dr. Josie-Marie Perkuhn will deliver contributions to the discussion.

11.05.2021 | The Tech Track: China´s Innovation-Based Growth

Lupe [14]

Wann: Dienstag, 11.05.2021 16:00 Uhr – 18:00 Uhr

Wo: Diese Veranstaltung findet im digitalen Raum statt. Sie können sich noch bis zum 10.05.2021 über info@chinnotopia.de anmelden.

THE TECH TRACK: CHINA’S INNOVATION-BASED GROWTH

Die Volksrepublik China wurde vor kurzem noch als Nachahmer ignoriert, heute wird sie als globaler Innovations- und Technologieführer bewundert. Immense politische, soziale und wirtschaftlichen Anstrengungen wurden unternommen, um den Übergang zu einem innovationsgetriebenen Wachstumsmodell einzuleiten. Doch wie innovativ ist China wirklich? Wie können wir Chinas Wandel besser begreifen? Gibt es einen Masterplan, dem diese Anstrengungen folgen? An welchen Indikatoren lässt sich die Innovationsfähigkeit Chinas messen?

Keynote: Dr. Margot Schüller Residence Associate am German Institute of Global and Areas Studies (GIGA), Hamburg Mit einem Vision Talk von Katharin Tai (Doktorandin in Internationalen Beziehungen und Vergleichender Politik, MIT) und weiteren Diskussionsbeiträgen von Nancy Wilms und Maximilian Uebach.

13.04.21 | In Your Face! Law & Security of the Cyber Race

Lupe [15]

Wir möchten Sie auf den chinnotopia-Thementag In Your Face! Law & Security of the Cyber Race aufmerksam machen! 

Wann: am Dienstag, den 13. April 2021, 16-18 Uhr!

Wo: digitaler Raum, Zoom

Anmeldung unter info(at)chinnotopia.de [16]

 

In Your Face! Law & Security of the Cyber Race

China erobert mit neuen Schlüsseltechnologien die Welt. Gesichtserkennung ist längst implementiert und von staatlicher Seite begünstigt. Die digitale Datenflut ist Grundlage für innovative KI-gestützte Analysen, jedoch hängen an den Daten Persönlichkeitsrechte. Anhand aktueller chinesischer Strategiepapiere und Gesetze behandeln wir, warum China für diesen Bereich schon in wenigen Jahren Weltmarktführer sein könnte – und was dies für uns bedeutet.  

Keynote: Dr. Dennis-Kenji Kipker, Jurist, wiss. Geschäftsführer, Institut für Informationsrecht, Universität Bremen.

Mit einem Vision Talk von Maria Faust (Doktorandin, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig) und weiteren Diskussionsbeiträgen.

Hinweis: die Sitzung wird aufgezeichnet. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden.  

Wir freuen uns auf Sie!

 

 

09.03.2021 | „chinnotopia-Thementag Screening Greening China mit dem integrierten Feature zu Greening Red China"

Wir möchten Sie auf den chinnotopia-Thementag Screening Greening China mit dem integrierten Feature zu Greening Red Chinaaufmerksam machen!

Wann: am Dienstag, den 9. März 2021

Wo: Im digitalen Raum, Zoom.

Der Thementag mit der Input-Reihe findet von 10-14:30 Uhr statt. Informationen dazu finden Sie hier [17]. Das online-Feature findet wie gewohnt von 16-18 Uhr statt. 

Anmeldung unter info@chinnotopia.de [18]

chinnotopia Greening Red China

Nachhaltig, effizient, umweltschonend – Hauptsache grün? Eine tragfähige grüne Zukunft ist ohne Innovationsmotor China nicht mehr zu denken. Welche Trends zeichnen sich ab? In der landwirtschaftlichen Produktion und der Entwicklung der ländlichen Regionen steht China vor großen Herausforderungen: Die rasante ökonomische und technologische Entwicklung der letzten 40 Jahre ging einher mit einem radikalen demographischen Wandel auf dem Land und dem Verlust von Agrarland für Städtebau und Infrastruktur. Um diesen Trends zu begegnen und die Ernährung der chinesischen Bevölkerung langfristig aus eigenen Ressourcen zu sichern, verfolgt Chinas Regierung die Strategie der “Re-Vitalisierung“ ländlicher Regionen. Auch hier steckt in der Digitalisierung Innovationspotenzial. Die sogenannte Präzisionslandwirtschaft und smart agriculture sollen beitragen, landwirtschaftliche Produktion effizienter und nachhaltiger zu machen. Wie profitieren Chinas Kleinbauern, die bisher noch immer 70 Prozent der Flächen bewirtschaften, von der digitalen Entwicklung? 

Dr. Eva Sternfeld und Lea Siebert vom Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum in Peking (DCZ) geben in einer Keynote Einblick darüber, welche digitalen Technologien heute bereits in der chinesischen Landwirtschaft im Einsatz sind und welchen Stellenwert dabei die deutsch-chinesische Zusammenarbeit hat.

Jens Oeding (Regionalpräsident Asien, 2014-2020, CLAAS) wird einen Vision Talk halten und weitere Diskussionsbeiträge geben Dr. Sandra Erlach (Umweltbüro, Michendorf) und Oliver Radke (Senior Projektmanager Klimawandel, Globale Fragen, Robert Bosch Stiftung).  

09.02.2021 | „Visions of Love"

Lupe [19]

Wann: Dienstag, den 09.02.2021, 16 -18 Uhr

Wo: digitaler Raum, Zoom (Anmeldung unter info@chinnotopia.de [20]) 

Welche Auswirkungen haben die neuen Technologien auf das intime Leben der jungen Generation in China? Wie finden dort die Menschen heute zueinander? China ist ein Land des Aufstieges, der rasanten Entwicklungen und des technischen Fortschritts, gleichzeitig jedoch in den Traditionen tief verankert. Da sich die Geburtenrate in China trotz Aufhebung der Ein-Kind Politik auf dem tiefsten Stand seit knapp 70 Jahren befindet, ist die Diskrepanz zwischen der männlichen und weiblichen Geburtenrate mittlerweile so erheblich, dass statistisch gesehen fast jeder fünfte Chinese keine Partnerin mehr finden kann.

Rebecca Sampson ist eine deutsch-amerikanische Künstlerin und lebt in Berlin. In ihren fotografischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit gesellschaftsrelevanten Themen – von der afrikanischen Drogendealer-Community in Berlin, über Essstörungen bis hin zu den mehrdeutigen sexuellen Identitäten von indonesischen Hausmädchen in Hongkong. Sampsons Leidenschaft gilt der Reportage-Fotografie und dem Visual Storytelling. Für ihre Bild-Geschichten unternimmt sie breit angelegte Recherchen und verfasst eigene Texte. Ihr neustes Buch Apples for Sale erschien im Kerber Verlag. Das Projekt Diamond Love der Fotokünstlerin Rebecca Sampson ermöglicht Einblicke in eine Welt, in der Liebe unter großem Druck entsteht. So bestimmen die Heiratsmärkte, Flirt-Akademien, virtuellen Boyfriends und Liebes-Roboter den Alltag der heutigen jungen Generation in China.

Mit einem Vision Talk von Dr. Hans-Peter Merz (Schriftsteller und Außenwirtschaftsexperte) zu seinem Buch Public Eye und weiteren Diskussionsbeiträgen von u.a. XU Juan (Kuratorin, Projekt Bald Girls).  

Liebesvisionen Traum oder Albtraum in der roten Kammer digitaler Visionen?

Auf der Agenda stünde die Zukunft unserer intimen Beziehungen: Liebe, Lust und Leidenschaft sind das Thema: Wird Künstliche Intelligenz uns in Zukunft der bessere Lebensgefährte oder die bessere Lebensgefährtin sein? Mit dieser Frage leitete Moderatorin Dr. Josie-Marie Perkuhn die vierte öffentliche Veranstaltung der Online-Feature Reihe chinnotopia: Future designed by China am Dienstag, den 09. Februar 2021 ein. Die Sitzung zum Titel „Visions of Love“ behandelte die Fragen: Welchen Einfluss haben künstliche Intelligenz und Digitalisierung auf romantische und sexuelle (Liebes)Beziehungen und welche gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen gehen damit einher? Wie wird das Thema ‚Liebe‘ in Chinas Zukunft Gestalt annehmen?“

 

In einer kurzen Einführung skizzierte Frau Perkuhn zwei bestimmende Trends der digitalen Gesellschaftstransformation im Zusammenhang mit Beziehungsvorstellungen: die Verbindung von Mensch und Maschine in unserem zukünftigen Lebensalltag sowie die Entwicklung virtueller Realitäten, die entkoppelt von der zwischenmenschlichen Interaktion stattfinden. Wird uns eine künstlich-intelligente Person das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch simulieren können? Wird der Hahnenkampf der Zukunft zwischen materiellen Robotern und immateriellen Visionen ausgetragen werden? Wie auch immer die Zukunft in 10 -20 oder 30 Jahren aussähe, schon jetzt haben die Visionen der Liebe viele Facetten, die alle samt in der Kreativität vereint sind.

 

Die Keynote hielt die Künstlerin Rebecca Sampson und präsentierte ihr Projekt „Diamond Love – Liebe in China“. Sie berichtete von den vielen verschiedenen Beobachtungen über die Auswirkung der Ein-Kind-Politik auf sowohl Liebesbeziehungen sowie Geschlechterrollen in China. Eine bekannte Thematik ist z.B. der „Männerüberschuss“ in der Geburtenrate, der zu Problemen bei der Partnersuche führt, daran anschließend, verwies Frau Sampson darauf, dass der materielle Status auch wieder an Gewicht zunimmt. Liebe für eine Partnerschaftssuche sei nicht (mehr) so wichtig und Heiratsmärkte dienten als analoge öffentliche Vermittlungsorte, an denen Eltern und Singles nach potenziellen Partnern suchen. Alternativ zu den Single-Märkten entstünde eine Parallelwelt mit virtuellen Lösungen. Anwendungen wie „Virtual Boyfried“ , „Together VR” oder „Xiaoice“ simulieren Liebesbeziehungen. Xiaoice habe bereits über 660Mio Nutzer weltweit und bietet einen virtuellen Teenager als Chatbot, der entwickelt wurde, um langfristige Beziehungen einzugehen und emotionale Bedürfnisse zu befriedigen. Auch die Entwicklung von KI- gesteuerten Sexrobotern ist vorangeschritten: Sie dienen der individuellen Bedürfnisbefriedigung und sind den jeweiligen Vorstellungen angepasst, z.B. Augen-  oder Haarfarbe, Brustumfang etc. Allein die Reproduktionsfrage bliebe in beiden Trends ungeklärt.

 

Ebenfalls aus dem Metier der Kreativität präsentierte Peter Merz, Autor von „Public Eye“, mit seinem Vision Talk zu „Sex, Erotik, Zärtlichkeit“ die Liebesvisionen der Zukunft. Die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen unterliegt massiver Veränderungen. Zwar gebe es eine dynamische Ausweitung des Suchfeldes möglicher Partnerschaften durch Anwendungen, die Tinder oder Parship ähnlich sind. Anzeichen deuten darauf hin, dass auch die angesehenen Formen möglicher Partnerschaften zunehmen, also Polyamorie und dergleichen. Aber gleichzeitig nehme auch die Distanz in Beziehungen zu und die Zwischenmenschlichkeit wird unterbrochen. Neue Formen der Erotik und Kommunikation sind die Folge. Telefonsex, Cybersex per Chat oder Video sind verbreitet und haben zur Enttabuisierung bestimmter sexueller Handlungen und Neigungen beigetragen. So gebrauche man statt der diffamierenden biblischen Bezeichnung „Onanie“ nun das neutrale Wort Solosex. Im Zuge von Digitalisierung und technischer Innovation wird nicht nur die Hardware der physischen Erlebbarkeit weiterentwickelt, sondern auch die Software. Sexroboter können dabei ebenfalls die nichtanwesende Person ersetzen oder durch KI eigenständige sexuelle Entitäten werden. Die Vorteile scheinen eindeutig: Sexroboter haben keine Geschlechtskrankheiten. Sie werden nicht schwanger und haben mitunter bessere Hygienebedingungen. Virtueller Sex steht dem in nichts nach. Klärungsbedarf bestünde jedoch bei der Frage, ob Robotik oder virtueller Sex Betrug am „realen Partner“ sei. An der Front können Neuroimplantate sexuelle Fantasien nahezu real simulieren. Darin liege die Zukunftsvision. Nicht nur die Lustbefriedigung kann simuliert, sondern auch der sozialen Vereinsamung einer „stay home alone“-Generation entgegen gewirkt werden.

 

Genau an diese sozialen Thematiken schlossen die zwei Diskutantinnen an. Die Kuratorin XU Juan präsentierte ihre Perspektive auf Sex, Geschlecht und Politik in der chinesischen Gesellschaft. Am Beispiel von zwei ausgewählten Bildern verdeutlichte sie ihre Wahrnehmung, dass Sex zwar thematisiert werden dürfe, politisierter Sex aber nicht. Das erste Bild zeigte einen Revolver im Schritt einer Frau. Das sei staatlich akzeptable Kunst, allerdings ein Dorn im Auge der 2011 gegründeten feministischen Kunstgruppe um das Projekt „Bald Girls“. Sex spiegle immer noch den Machtdiskurs der patriarchalen chinesischen Gesellschaft wider, der sich nur langsam von oben nach unten verändere. Ergänzend dazu betonte Frau Prof. Dr. Angelika Messner vom Chinazentrum an der Universität zu Kiel den demographischen Wandel in China, der sich auch auf die zwischenmenschlichen Bindungen und Beziehungspflege auswirke. China altert schneller als alle anderen Gesellschaften weltweit: Zahlenreihen wie 1,2,4 bzw. 9,7,3 verdeutlichen die Hauptprobleme der Gesellschaftsveränderung: 1 Kind sei für 2 Elternteile und 4 Großeltern verantwortlich, das provoziert gesellschaftlichen Versorgungsdruck, der kaum aushaltbar ist. Wenn die nächste Generation über große Distanzen zum Geldverdienen entsandt ist, wer kümmert sich um Großeltern und Kinder? Nicht nur die romantische Liebesbeziehung findet digitale Lösungen, auch für die Fürsorge und Pflege von Kindern und bedürftigen Menschen findet Robotik wie Virtuelle Welt Angebote.

 

Autor: Finn-Ole Höpner

12.01.2021 | „Driving The Fast Lane Towards Future’s Mobility"

Lupe [21]

Wann: Dienstag, den 12.01.2021, 16 -18 Uhr

Wo: digitaler Raum, Zoom (Anmeldung unter info@chinnotopia.de [22]) 

Was treibt Chinas Zukunftsmobilität an? Die chinesische Regierung setzt auf e-Mobilität zur Bewältigung der enormen Herausforderungen im Verkehrswesen. Auch in anderen Technologiebereichen der „neuen Mobilität“ prescht China voran: Die Technologien Autonomous Driving, Shared Mobility und Connected Car sind in chinesischen Strategiepapieren fest verankert. Doch wie gut werden die Technologien gesellschaftlich angenommen? Was sind die Beweggründe für Chinas Offensive im Future Mobility? Wer sind die Akteure? 

Till Ammelburg ist Mitarbeiter beim chinesischen Inkubator TechCode mit Sitz in Berlin. Er studierte Chinawissenschaften an der Universität Leipzig sowie an der FU Berlin und interessierte sich früh für die Dynamiken der gegenwärtigen chinesischen Gesellschaft und Wirtschaft. Seit 2006 führten ihn unterschiedliche Tätigkeiten nach China. Zuletzt war er als Berater von deutschem mittelständischem Unternehmen in Shanghai tätig. Seit 2017 ist Till Ammelburg wieder in Berlin und unterstützt bei TechCode europäische Startups mit Technologien u.a. aus den Bereichen KI, Mobilität und Industrie 4.0 dabei, im chinesischen Markt Fuß zu fassen. Darüber hinaus ist er bei GINN tätig, ein deutsch-chinesisches Netzwerk, das es zum Ziel hat, Gründer*innen aus beiden Welten besser zu vernetzen.

Prof. Dr.-Ing Andreas Braasch (Sicherheits- und Zuverlässigkeitsmanagement, Hochschule Ruhr West) wird einen Vision Talk zur Zukunftsmobilität halten.

David Michalik (Bergische Universität Wuppertal), Fabienne Frauendorfer (LiangDao, Berlin) und Lars Tasche  (TU Berlin und Tongji University, Shanghai) beteiligen sich mit Diskussionsbeiträgen zu den Fachbereichen Sensorik und Digital Twins.

Auf der Überholspur? “Driving the fast lane towards future’s mobility” Eine chinnotopia-Veranstaltung am 12. Januar 2021

Wie werden wir in den kommenden Jahrzehnten leben, wie werden wir unsere Mobilität entwickeln, sowohl in den Städten als auch zwischen den Kontinenten? Mit diesen Fragen und vielen innovativen Antworten aus den Forschungslaboren in China und weltweit startete am 12. Januar 2021 die Online-Feature-Reihe chinnotopia: Future designed by China mit der dritten Folge in das neue Jahr.

Mit einer herzlichen Begrüßung stellte das chinnotopia Team um Josie-Marie Perkuhn , Tania Becker und Nancy Wilms Thematik sowie Beitragende zur Sitzung vor. Der Keynote-Referent Till Ammelburg skizzierte die umfassenden wirtschaftlichen und politischen Strategien Chinas zur Umsetzung der autonomen Mobilität. Für das Jahr 2025 plant die VR China z.B. eine hundertprozentige Abdeckung des Verkehrs mit ICV’s (Intelligent and Connected Vehicles). Die intelligent miteinander kommunizierenden Fahrzeuge versinnbildichen die nicht so weit in der Ferne liegende Zukunftsvorstellung der Automotiv-Branche. Mehr Sicherheit im Straßenverkehr soll erreicht werden. Ebenso soll die Umwelt durch effiziente Antriebe und einen flüssigen Verkehr geschont werden, sowie im Rest der Welt die Technologieführerschaft in Sachen Mobilität erlangt werden. Denn der Kampf um alternative Fahrsysteme und Antriebstechnologien wird in China, neben anderen Technologiebereichen wie der Künstilichen Intelligenz (KI), auch als Kampf der politischen Systeme verstanden.

Prof. Andreas Braasch, Mobilitätsexperte an der Hochschule Ruhr West, analysierte in seinem Beitrag die Frage nach dem spezifisch chinesischen Tempo des Mobilitätwandels. Durch den rasanten Bevölkerungszuwachs besonders in den Städten und den daraus resultierenden Problemen wie Verkehrsinfarkt und Smog ist China stärker zu einer zügigen Reaktion „gezwungen“ als Europa. So genannte Smart Cities sollen die Herausforderungen bewältigen. Diese Städte sorgen durch einen flächendeckenden autonomen Verkehr und Car- sowie Bike-Sharing (Stichwort Shared Mobility) für weniger Individualverkehr.

Vier kompakte Diskussionsbeiträge von David Michalik, Fabienne Frauendorfer, Lars Tasche und Enrico Schnick beleuchteten in zwei-bis dreiminütigen Statements spezifische innovationstechnologische Entwicklungen um das Thema Intelligente Mobilität. Warum z.B. wir Sensorik an autonomen Fahrzeugen brauchen und wie diese für intelligentes Verkehrsmonitoring (LiDAR) genutzt wird. Auch die Logistik steht vor einem unabdingbaren Mobilitätswandel. Durch den gestiegenen Anstieg im Transport von Paketen könnte eine Möglichkeit „Crowd Logistic“ heißen. Kunden holen ihre Pakete dann an zentralen Orten, zum Beispiel nach der Arbeit, selber ab und sorgen damit für weniger Verkehr. 

Studentinnen und Studenten der Sozialwissenschaft/Politikwissenschaft aus dem Seminar von Frau Perkuhn an der CAU stellten zu Beginn der Diskussionsrunde kritische Fragen zur Anwendung von Simulationstechnologien (Digital Twins) für die Verkehrsplanung und (im Fall Chinas) auch darüber hinaus (Sozialkredit), zu den erheblichen Herausforderungen der Hyperloop/flight Technologie (als Alternative zum Flugverkehr) und zur ethischen Herausforderung, die eine fortschreitende Interaktion oder gar Integration von Mensch und Maschine mit sich bringen: Sollen wir „smart devices“ mit uns tragen, um selbstfahrende Autos auf uns aufmerksam zu machen?  

Alexander Schlak, TU Berlin

15.12.2020 | „ The Two Horns of a Blockchain Dilemma: Transparency and Anti-Corruption"

Lupe [23]

Wie konnte Blockchain es in kürzester Zeit von einer volatilen Kryptowährung in die breite Anwendung schaffen? Die chinesische Führung hat klare Vorstellungen entwickelt, unter welchen Bedingungen und in welchen Bereichen die Technologie zum Einsatz kommt. Doch wurde der Kompromiss zwischen politischer Zentralkontrolle und dezentraler Softwareprotokolle wirklich geschafft?  


Kai von Carnap befasst sich mit technologischen Trends und der digitalen Entwicklung Chinas am Mercator Institute for China Studies (MERICS) in Berlin. 


Dr. YU Maoyuan (China Construction Bank, Frankfurt/Main) gibt einen Vision Talk zu Fintech und Blockchain in China. Mit einem Diskussionsbeitrag ist Rechtsanwalt Prof. Dr. Daniel Graewe, LL.M. (Nordakademie Hamburg) beteiligt.

Flyer der kommenden Veranstaltungen

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Flyer der vergangenen Veranstaltungen

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Lupe [34]

Videos der vergangenen Veranstaltungen

26.10.21 | "Homo Digitalis: Digitale Gesellschaftstransformation"

Link zum Video [35]

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12.07.2021 | The Frog Leap To Quantum-Tech: China´s Non-Binary Future

Link zum Video [36]

15.06.2021 | D(AI)CHOTOMY OF TECHNOLOGICAL LEADERSHIP

Link zum Video [37]

11.05.2021|The Teck Track: China´s Innovation-Based Growth

Link zum Video [38]

13.04.21 | "In Your Face! Law & Security of the Cyber Race"

09.03.2021|"Greening Red China"

09.02.2021| „Visions of Love"

12.01.2021| „Driving The Fast Lane Towards Future’s Mobility"

15.12.2020 | "The Two Horns of a Blockchain Dilemma: Transparency and Anti-Corruption"

17.11.2020 | "Future designed by China" mit der Keynote-Referentin Miriam Theobald (DONGXii)

Giulia Merker (SHAN e.V.) berichtet von ihren Eindrücken [39]

Lupe [40]

chinnotopia – China Innovation Utopie oder Dystopie?

„Die Zukunft kommt aus China mit einer beispiellosen Geschwindigkeit digitaler Innovation. Utopie oder Dystopie?“ Mit dieser Frage startete am 17. November 2020 die Online-Feature-Reihe über den Innovationsinkubator China – chinnotopia: Future designed by China [41]. Die online-feature Reihe bietet in einem monatlichen Rhythmus Studierenden und Interessierten Gelegenheit für Austausch zu Technologieentwicklungen in China und ihren Einflüssen auf die Gesellschaft(en). Wie sieht die Zukunft der digitalen Gesellschaftstransformation in China und Europa aus? Und welche Rolle spielen digitale Innovationstechnologien im Leben der Menschen?

Nach einer kurzen Einführung macht die Keynote-Referentin, Miriam Theobald, den Anfang. Die Mitgründerin und Geschäftsführerin der Plattform DONGXii stellt ausgewählte digitale Trends vor, die in China nicht erst seit der Corona-Pandemie den Alltag der Menschen mitbestimmen. Allgemein identifiziert die Wirtschaftssinologin und Humangeographin eine Neuorientierung vom Produkt hin zum Service. Life Streaming und soziale Medien dominieren in China die Lebenswelt. Wie das chinesische virtual social life aussehen kann, skizziere der Dokumentarfilm „People’s Republic of Desire“ [42]. Digitale Assistenten wie der smart speaker Xiaodu 小度 schlichen sich über die Generationen hinweg in das Leben. Ein digitaler Assistent lernt, die Stimme der Mutter zu imitieren und liest den Kindern die Gute-Nacht-Geschichte vor, er hört am anderen Ende der Leitung der Telefon-Seelsorge zu, misst den Blutdruck des Großvaters, lernt im Hintergrund, wie der Realtime-Lehrer unterrichtet, um diesen später zu ersetzen. So könnte die Zukunft aussehen. Mit der Aufforderung, China als Reallabor anzuerkennen und sich ohne eine Wertebrille anzuschauen, wie die digitale Transformation dort funktioniert, schließt Miriam Theobald ihren Input.

Bevor die anschließende Diskussion beginnt, bietet die Heidelberger Doktorandin amerikanischer Literatur, Ulrike Freitag, mit Bezug auf den Titel der Veranstaltungsreihe eine kurze Einführung in den Ursprung utopischer und dystopischer Ideologien. Während das auf Platon zurückgehende und im 16. Jahrhundert von dem britischen Politiker Thomas More geprägte Konzept der Utopie eine Idealgesellschaft abbildet, stellt die im 19. Jahrhundert von John Stuart Mill geprägte Dystopie den Gegenentwurf hierzu dar, nämlich einen Ort, an dem es schlecht um die Dinge bestellt ist. Die Mitveranstalterin und Alumna der Universität Heidelberg Dr. Josie-Marie Perkuhn betont die unterschiedlichen, meist auch kulturell beeinflussten, Perspektiven: So wird des Einen Utopie des Anderen Dystopie.

Vor diesem Hintergrund geht es in die Diskussion zwischen Innovations- und Entrepreneurship-BefürworterInnen und -SkeptikerInnen, die von der Frage bestimmt wird, wie Deutschland oder auch Europa als Ganzes diese Innovationsentwicklungen und die damit einhergehenden Standardsetzungen aktiv mitgestalten kann. Mit diesen Visionen entlassen die Moderatorinnen Dr. Josie-Marie Perkuhn (CAU), Nancy Wilms PhD und Dr. Tania Becker (TUB) die Teilnehmenden bis zur nächsten Veranstaltung am Dienstag, dem 15.12.2020, 16:00 bis 18:00 Uhr mit unserem Heidelberger Alumnus Kai von Carnap (MERICS) zum Thema „The two horns of a blockchain dilemma: transparency and anti-corruption“.

Nicht verpassen! Anmeldung an: info@chinnotopia.de [43]

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