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Der Klimaschutz steckt im Detail

Lupe

Mit vielen Einblicken in seine Praxis in China schilderte der Architekt Stefan Schirmer im dritten Sustainable China Lunch das nachhaltige Bauen in China. Die Passivhaus-Bauweise und Schulungen chinesischer IngenieurInnen waren Themenschwerpunkte.

2050 ist für Europa ein entscheidendes Jahr: in diesem Jahr möchte die EU endgültig klimaneutral sein. China hat sich zum Erreichen dieses ehrgeizigen Ziels das Datum 2060 gesetzt, also nur zehn Jahre später. Beide werden ihre selbstgesteckten Vorgaben nur über eine nachhaltige Baupolitik erreichen können, so Stefan Schirmer.

Um die Energiewende auch im Bausektor zu schaffen, setzt man im Land der Mitte vermehrt auf sogenannte Passivhäuser. Diese hoch energiesparenden Bauten, die durch eine sehr gut Wärme gedämmte und luftdichte Gebäudehülle einen sehr niedrigen Heiz- und Kühlungsbedarf haben.  Dieser wird in vielen Passivhäusern über eine Luftwärmepumpe in Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gedeckt, die zudem über Filtersysteme für saubere und angenehm temperierte Luft sorgt und somit ein komfortables Raumklima ermöglicht.

Der Architekt Schirmer kennt China gut. Er ist seit vielen Jahren als Gutachter und Sachverständiger der „dena“ (Deutsche Energie Agentur) für die Vermittlung von modernen und nachhaltigen Bau-Techniken, wie der Passivhaus-Bauweise tätig. Adressaten seiner Expertise sind das chinesische Bau-Ministerium (MOHURD) sowie chinesische ArchitektInnen und IngenieurInnen, die er zusammen mit seinen KollegInnen von der dena vor Ort in Planungsseminaren und auf den Baustellen schult.

Beim China Lunch-Vortrag gab Herr Schirmer einen Überblick über seine Tätigkeiten, die von der Planungsphase, Schulungen  und Inspektionen auf der Baustelle, bis hin zur Abnahmen der fertiggestellten Gebäude sowie der Zertifizierung reichen.

Immer wieder betonte Stefan Schirmer dabei, wie wichtig gutes Material und genaue Konstruktion für das Herstellen eines wirklich energiesparenden Passivhauses seien: „Sorgfältiges Arbeiten sind essenziell, eine „Passt schon“-Mentalität (wie man sie in Deutschland ebenso kenne, wie in China) könne man dort nicht gelten lassen.  Der Erfolg der Energiewende steckt im Detail!“

Bei neuen Siedlungen oder Bauprojekten gäbe es von der chinesischen Regierung immer häufiger den Wunsch, dass einige Gebäude besonders energieeffizient, als Passivhäuser gebaut würden. Dies sei der Moment, in dem die Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen IngenieurInnen begänne.

„Das Selbstbewusstsein der  chinesischen Fachleute wächst sehr stark“, betonte Schirmer. Trotz Vorliebe für ausländische Namen bei neuen Siedlungen („Heidelberg“-Hochhaussiedlung) gelte: „Die Zeiten, in denen bloß kopiert wurde, sind vorbei.“ Vielmehr würden chinesische IngenieurInnen die deutschen Techniken immer stärker überprüfen, diese mal aus ästhetischen Vorstellungen ablehnen, mal aber auch übernehmen, um sie dann selbstständig weiterzuentwickeln. „Wir müssen aufpassen, dass wir technologisch am Ball bleiben“, mahnte Schirmer zum Ende seines Vortrags.

Begeistert von den Vorträgen und der aktiven Mitwirkung unseres Alumni-Netzwerkes und immer wieder neuer ZuhörerInnen, setzen wir die China Lunch-Reihe des China Centers im kommenden Semester fort. Erneut wird ein bestimmter Aspekt der Urbanisierung und Stadtentwicklung eine Vortragsreihe bestimmen.

Wir freuen uns bereits auf Ihren Besuch!

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