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TU Berlin

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Angelika C. Messner

Zirkulierende Leidenschaften – ein Beitrag zur Wissens- und Sozialgeschichte Chinas

Die Figur des Zirkulierens spielt eine zentrale Rolle in der chinesischen Wissenschafts- und Medizingeschichte. Ohne Wissenstransfer und -aus­tausch quer durch das Reich wären beispielsweise Ärzte kaum in der Lage gewesen, immer wieder aufkeimenden Epidemien mit neuen Methoden und Instrumentarien zu begegnen, geschweige denn hätte man die Notwen­digkeit verspürt, die Schriftzeichen zu systematisieren, um Wissensinhalte und Informationen für alle gleichermaßen zugänglich zu machen.

Medizin- und sozialhistorische Untersuchungen zeigen, dass Emotionen gleichermaßen im menschlichen Körper zirkulieren bzw. fließen wie sie auch den sozialen Raum auf je unterschiedliche Weise füllen. Wenn sie zu stark, zu groß, zu übermäßig „pulsieren“, so dass es zu Stockungen, ja zu einem Einhalt der Zirkulation, des Fließens kommt, dann geraten sie in die Beobachtungsradien von Ärzten. Deren kartographische Ordnungsmuster erfahren zu unterschiedlichen Zeiten subtile Veränderungen: Nicht nur, dass im menschlichen Körper neue Herrschaftszentrum „etabliert“ werden – auch die Explikationen emotionaler Prozesse erfahren Adjustierungen. Gestimmt­heiten und Befindlichkeiten sind als prozesshafte leibliche „Gescheh­nisse“ expliziert. Dabei sind immer mehrere Organe in Mit-Leidenschaft gezogen worden. Sobald das leibliche Geschehen nicht mehr in ausge­glichenen, aufeinander abgestimmten Rhythmen im Fluss ist, kommt es zur Unterbrechung.

CV

Angelika C. Messner, Studium der Sinologie, Medizingeschichte und Ethnologie in Wien, Freiburg und Peking. Sie leitet das Chinazentrum an der Universität Kiel und lehrt regelmäßig an der Zhejiang Universität. Messner betreibt Grundlagenforschung zu Emotionswissen und -praktiken in China und koordinierte Fachkonferenzen zu diesen Themen. Sie ist Mitheraus­geberin der Zeitschrift „Journal of the Economic and Social History of the Orient“ (JESHO) und Präsidentin der „International Association for the Study of Traditional Asian Medicine“ (IASTAM).

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