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TU Berlin

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Susanne Adamski

„Qu nü 取女“: Weibliche Gefangene während der späten Shāng-Zeit (13.–11. Jh. v.Chr.)

Menschen als mobiles „Gut“ finden bereits Erwähnung in epigraphischen Quellen der späten Shāng- und West-Zhōu-Zeit (13.-8. Jh. v.Chr) ‒ sei es als umzusiedelnde Bevölkerungsteile, erbeutete Kriegsgefangene oder gar hochgestellte Befehlsempfänger. Frauen der West-Zhōu-Elite wurden dabei, in Bezug auf exogame Heiratspraktiken, als „the primary agents of movement and connection between families“ (Shaughnessy 2005) charakterisiert, und die Untersuchung der sozialen Stellung und Lebenswirklichkeit von Frauen im neolithischen und bronzezeitlichen China rückt weiter in den Fokus der sinologischen Betrachtung (z.B. Hinsch 2018). Obwohl epigraphische und archäologische Studien zur Shāng-Gesellschaft bisher sowohl Kriegsgefangene (Yáo Xiàosuì 1979) als auch den Status von Frauen im Allgemeinen (z.B. Keightley 1999, Qí Hángfú 2014) wie auch weiblicher Menschenopfer (Schwermann/Wang 2015) in den Blick genommen haben, blieb die mögliche Bedeutung von Frauen als Kriegsbeute oder Tributgabe weitgehend unbeachtet. Der Vortrag thematisiert daher zum einen Belege insbesondere in spät-Shāng-zeitlichen Orakelknochen­inschriften, die unzweifelhaft über die gezielte Erbeutung bzw. Gefangen­nahme von Frauen Auskunft geben. Darauf aufbauend werden Fragen nach dem Umgang mit und der Rolle von speziell weiblichen Gefangenen für die Shāng-Elite gestellt, die gemäß den Inschriften aus alliierten oder nicht-alliierten Gebieten außerhalb der Shāng-Domäne stammten. Dies ist im Spannungsfeld der mehr oder minder polarisierten Debatte um die Verwendung von (Kriegs)gefangenen als Menschenopfer oder als Sklaven zu beleuchten, unter ergänzendem Einbezug auch neuerer archäologischer Studien.

CV

Studium der Sinologie, Japanologie und Orientalischen Kunstgeschichte in Bonn und Peking, Promotion 2014 an der Universität Münster (Thema: Die Darstellung des Bogenschießens in Bronzeinschriften der West-Zhōu-Zeit (1045–771 v.Chr.)). Von 2009–2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Sinologie der Universität Bonn.

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