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TU Berlin

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Alexander Herzog

„Wenn der gelbe Drache erwacht, wird die Welt erzittern“ – Chinesische Investitionen in Deutschland

Dieses Zitat von Napoleon Bonaparte zeigt ganz deutlich das Bild Chinas in der deutschen Gesellschaft, welches vor allem von Unsicherheit im Umgang mit dem „neuen“ Global-Player China bestimmt wird. Nirgends zeigt sich dieser gesellschaftliche Diskurs deutlicher als bei der Frage nach dem Um­gang mit chinesischen Investitionen in Deutschland. Spätestens seit der Übernahme des High-Tech Roboter-Herstellers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Konzern Midea im Jahr 2016 werden die chinesischen Investitionen beinahe täglich zum Thema politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Diskussionen gemacht. Während die politische Debatte von den Schlagworten „Asymmetrie im Markzugang“, „Systemwettbewerb“ und „staatlich gelenkte Innovationspolitik“ dominiert wird und eine schärfe Regulierung angestrebt wird, herrscht in der Gesellschaft allgemein Unbe­hagen, Angst vor Arbeitsverlust und dem oft in den Medien zitierten „Aus­verkauf“ der Wirtschaft, was jedoch zu einem großen Teil auf mangelndem Wissen und Verständnis gegenüber China fußt. Dahingegen sieht die deutsche Wirtschaft enorme Chancen, begrüßt explizit chinesische In­vestitionen und plädiert für Offenheit im internationalen Wettbewerb, welche für eine Exportnation wie Deutschland elementar für die Zukunftsfähigkeit ist. Dabei speisen sich die chinesischen Investitionen im Ausland, die letztlich durch die „Go out policy“ (走出去) von 1999 ins Rollen gebracht wurden, durch die großen Innovationsinitiativen der chinesischen Regierung: „Made in China 2025“ und „Belt and Road Initiative“. Chinesische Auslandsinvestitionen sind daher ein dynamischer Treiber der globalen Wirtschaft und verkörpern wie kaum ein aktuelles Beispiel die Bewegung Chinas hinaus in die Welt. Ferner sind sie Ausdruck des größten Transferprozesses in China in der jüngsten Geschichte - dem Wandel vom Entwicklungsland zur führenden High-Tech-Nation. Der Beitrag soll daher anhand von Fakten und Beispielen aus der Praxis und Wissenschaft, insbesondere dem Infrastrukturprojekt „Belt and Road Initiative“, die aktuelle Debatte in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft analysieren, über die aktuelle Lage aufklären und dadurch dem Zuhörer ermöglichen sich selbst eine Meinung zur Thematik zu bilden. Sodann werden Chancen und Risiken China’s neuer Politik dargestellt und der monumentale Transferprozess in China’s Wirtschaft dargestellt.

CV

Alexander Herzog ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am China-Desk der internationalen Wirtschaftskanzlei Hengeler Müller in München und Shanghai und arbeitet derzeit an einem rechtswissenschaftlichen Dissertationsprojekt. Zudem ist er im WS 2018/19 Lehrbeauftragter für chinesisches Wirtschafts­recht an der TU Berlin. Er hat Rechtswissenschaft an der Universität Regens­burg, chinesische Sprache in Shanghai und Beijing sowie Sinologie an der LMU München studiert. Seine beruflichen Arbeitsschwerpunkte liegen dabei im Bereich des Wirtschafts- und Gesellschaftsrechts, vor allem aber im Bereich internationaler Unternehmenstransaktionen (M&A) mit China-Bezug sowie Investitionen von chinesischen Investoren in Deutschland.

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