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TU Berlin

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Astrid Lipinsky

Mobilitätspflicht von Frauen in die chinesische Ehe. Konfuzianische Patrilokalität heute

Die ideale konfuzianische Ehe war patrikal und in ihrem Leben die einzige legale Mobilität jeder Frau. Der Umzug der Braut in das Haus der Familie (Eltern) des Mannes konnte sozialen Aufstieg für sie und ihre leibliche Familie bedeuten. Meist war der Umzug vom Geburtsdorf ins Nachbardorf, konnte aber auch einen weiten provinzübergreifenden Umzug bedeuten. Für die Ein­holung der Braut in die eigene Familie – als Arbeitskraft und Mutter zu­künftiger Kinder – zahlte die Familie des Mannes Geld.

Der Vortrag analysiert den Brautkauf heute in einer Gesellschaft mit millionenfachem Männer-Überhang. Die Mobilität der Braut hat sich zu einem grenzüberschreitenden Gesschäft entwickelt und ist de facto Frauenhandel (siehe Trafficking in Persons Report des US Department of State). Der teuer bezahlte Kauf der Frau bedeutet häufig genauso ein Mobilitätsverbot nach der Heirat und den lebenslangen Verlust des (regelmäßigen) Kontakts zu ihrer leiblichen Familie. Die Braut-Mobilität hat entscheidenden Einfluß auf den Status der Frau in Familie und sozialem Umfeld des Mannes. Gefragt wird, ob die Urbanisierung und steigender Wohlstand das Modell verändern und was der chinesische Parteistaat tut, um die Mobilität von Frauen zu fördern und zu garantieren.

Bereits im ersten Ehegesetz unter Mao Zedong von 1950 wird in § 2 jegliche finanzielle Transaktion in Verbindung mit der Eheschließung verboten. In der Fassung von 1980 (unverändert in der geltenden Fassung von 2001) lautete § 3: „[...] die Kaufehe und andere in die Ehefreiheit eingreifende Handlungen sind verboten. Es ist verboten, eine Ehe zu benutzen, um Vermögens­leistungen zu verlangen.“ Die Notwendigkeit des gesetzlichen Verbots zeigt, dass die Alltagspraxis eine ganz andere ist.

Die chinesische Frauenknappheit macht die Braut-Beschaffung immer mehr zu einem grenzüberschreitenden Geschäft, auf das internationale Verträge (und Recherche) Anwendung finden. Der Vortrag untersucht den Einfluss der Vereinten Nationen auf die Mobilität von Frauen in die Ehe in China.

CV

Astrid Lipinsky lehrt seit 2008 am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien und leitet seit 2009 das Wiener Zentrum für Taiwanstudien ebendort. Dr. Lipinsky hat in Bonn studiert und promoviert. Ihre Forschungs­schwerpunkte sind Frauen und Recht in China, siehe ihre Homepage unter www.sinojus-feminae.eu.

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