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TU Berlin

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Hangkun Strian

Mobilität: Entstehung, Entwicklung und Verbreitung der unabhängigen Dokumentarfilme Chinas seit 1990

Seit 1990 erschienen die ersten unabhängigen Dokumentarfilme nach einer umfassenden Reorganisation der Staatsmedien Chinas. Trotz weitgehender Selbständigkeit waren die Filmemacher auf die technischen Mittel und Verbreitungskanäle des Systems angewiesen. Erst ab Mitte der Neunziger­jahre ermöglichen mehrere technische Revolutionen im Digital- und Medien- und Konsumbereich den „wirklich“ unabhängigen Dokumentarfilm in China: die mobile und kostengünstige Endverbraucher Videokamera, die individuelle Schnittbearbeitung durch private Computer-Software, Soziale Netzwerke und elektronische Verbreitungstechniken. Immer mehr Amateurfilmer und gewöhnliche Bürger dokumentieren und interpretieren die Gesellschaft aus unterschiedlichen Standpunkten und Blickwinkeln. Dies konkurriert mit den Autoritäten der nationalen Filmindustrie und ihren „großen Erzählungen“. Es ist ein unabhängiges, ziviles Schattensystem, welches der Zensur geschickt ausweicht oder sie bewusst abgelehnt. Die Konzentration und Aufmerk­samkeit auf soziale Randgruppen und ihren Kampf um das Bürgerrecht, die schnelle Live-Übertragung des Alltagslebens mit seinen Konflikten, die Sicherung von historischen Grassroots-Materialien für die staatlich unter­drückte Erinnerungskultur, die Selbstdarstellung von Bürgern (unab­hängigen Dokumentarfilmern) für Bürger (gefilmten Individuen), dies alles ist Teil einer turbulenten Bürgerbewegung, die trotz einzelner Rückschläge die gesellschaftlichen Modernisierung nach vorne bringt. In diesem Vortrag werden die Entstehung, Entwicklung und Verbreitung der unabhängigen Dokumentarfilme Chinas in drei Zeitphasen (1990–2003, 2003–2013, 2013–heute) untersucht.  Die dahinterstehenden oder mitwirkenden sozio­kulturellen Bedingungen, technischen und mobilen Voraussetzungen sowie politischen Umwandlungen sind Schwerpunkte des Vortrages.   

CV

Sinologin sowie Literatur- und Sprachwissenschaftlerin in Berlin. Sie hat Ger­manistik, Linguistik und Literaturkritik in Peking, Seoul und Berlin studiert. Eines ihrer Hauptwerke ist Die Schriftstellerin Zhang Ailing und ihre Studien und Kommentare zum Roman Der Traum der roten Kammer (Peter Lang, 2016). Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt ist der unabhängige Doku­mentarfilm in China.

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