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TU Berlin

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Konrad Herrmann

Standardisierung durch Modulbildung – am Beispiel des Wagenbaus im „Kao Gong Ji“

Das „Kao Gong Ji“ (Aufzeichnungen der Handwerker) ist das früheste chinesische Buch über Technologien, wie zum Beispiel der Bronzeguss, die Herstellung von Waffen, von metrologischen Normalgeräten, von Musikinstrumenten bis hin zur Anlage von Städten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass der größte Teil des „Kao Gong Ji“ am Ende der Chunqiu- und zum Beginn der Zhanguo-Periode im Staat Qi entstanden ist. Es beschreibt die Technologien der Herstellung von hochwertigen Gütern zum Gebrauch durch den Adel. Die Besonderheit dieser Beschreibungen besteht darin, dass die Qualitätssicherung auf der Standardisierung der Erzeugnisse fußte. Die Standardisierung sollte eine gleichbleibende Erzeugnisqualität sichern. Unter den behandelten Erzeugnissen ist der Bau von Wagen, sei es für Zwecke des Krieges, des Handels oder des allgemeinen Transports, die komplexeste und anspruchvollste Technologie jener Zeit. Der Beitrag analysiert, wie es durch die Modulbildung gelang, eine einwandfreie Funktion vor allem der Radbaugruppe mit der Nabe und der Achse variabel für verschiedene Abmessungen der Wagen zu gewährleisten. Auf der Grundlage von Erfahrungswerten waren für die Baugruppen bestimmte Werkstoffe festgelegt, die der hohen Beanspruchung genügten. Archäologische Funde haben bestätigt, dass die Angaben im „Kao Gong Ji“ weitgehend mit realen Objekten übereinstimmen. Das belegt die praktische Anwendung der Fest­legungen dieses Buches und zugleich das Alter dieses Werks. Abweichungen von diesen Angaben sind vor allem dadurch begründet, dass das „Kao Gong Ji“ ein Buch der Beamten von Qi war, das in den anderen Staaten nicht galt. Die Standardisierung von Erzeugnissen wurde in der Folgezeit weiter­entwickelt. Ein markantes Beispiel sind die Tonfiguren von Kriegern aus dem Grab des Kaisers Qin Shihuang. Dabei wurde durch ein begrenztes Sortiment von Köpfen und Gliedmaßen, die verschieden kombiniert wurden, eine große Vielfalt der Tonfiguren ermöglicht. Das Konzept der Modulbildung wurde vor allem bei der Herstellung von Waffen unterschiedlicher Abmessungen angewendet.

CV

Konrad Herrmann, geb. 1945 in Prag, 1965–1972 Studium der Sinologie an der Humboldt-Universität Berlin und des Maschinenbaus an der Technischen Hochschule „Otto von Guericke“ Magdeburg, 1972 Promotion zum Doktor-Ingenieur, 1972–1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung Berlin, 1991–2010 Laborleiter in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Berlin und Braunschweig (PTB), in der PTB Mitwirkung an der deutsch-chinesischen Kooperation auf dem Gebiet der Metrologie, Übersetzung von Werken der klassischen und chinesischen Literatur, zuletzt von wissenschafts­historischen Werken.

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