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TU Berlin

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Lena Springer

Soziale und kulturelle Beweglichkeit von chinesischem Arzneimaterial zwischen dem sogenannten Nordwest- und Südwest-China – und bis in die Patienten hinein

In unterschiedlichen Regionen Chinas werden Arzneien im Feld sowie in Archiven gesammelt und dann in weiterverarbeiteter Form Patienten zur Einnahme bereitgestellt. Peu-a-peu sind fünfzig bis sechshundert Einzel­stücke aus dieser Materia medica zu einem weitgehend standardisierten Grundstock gewachsen, der bis heute vielerorts hergestellt wird, mittels historischer und aktualisierter Schriften zirkuliert und Eingang in ein Welt­arsenal zum Bestücken einer „chinesischen“ Apotheke gefunden hat. Nicht nur könnte so bestückt diese „traditionelle chinesische Medizin“-Apotheke weltweit irgendwo auf den verschiedenen Kontinenten aufgebaut werden. Umso bemerkenswerter ist, dass dasselbe überhaupt innerhalb des groß­flächigen, multi-ethnischen und historisch gewandelten China bereits mög­lich ist.

Ethnomedizin wird die Stärke verstreuter lokaler Traditionen sowie gesellschaftliche Verwurzelung vor Ort attestiert: so haben Arzneien aus dem Kernbestand der chinesischen Apotheke ebensolche Eigenschaften einer flirrenden Vielfalt. Ethnographisch-botanische Feldforschung und das geziel­te Zusammenstellen von pharmazeutisch-botanischen Archiven und Nach­schlagewerken zeigen jedoch mehr: dass für übliche chinesische Behand­lungen etwa in den sogenannten nordwest- und südwestlichen Regionen Chinas Patienten gegenseitig die Arzneien aus der jeweils anderen Region brauchen. Weniger die exotische Lokalität der Austauschobjekte oder Ethni­zität an sich bezaubern uns hier, sondern Beispiele des Transferierens von Arzneien samt ihrer „chinesischen“ Wirkung hinein in die Körper andernorts in China.

CV

Lena Springer ist promovierte Sinologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chinesische Lebenswissenschaften an der Charité – Uni­versitätsmedizin Berlin, wo sie in einem vom BMBF geförderten Projekt Geschmäcker in einer Datenbank von Arzneirezepten aus der Sammlung Un­schuld (Staatsbibliothek Berlin) untersucht. Ihr erstes Buch (gefördert von den Stiftungen Jing Brand und D. Kim) erzählt die jüngere Geschichte in China laut den erzählten Berufswegen von Ärzten für chinesische Medizin seit 1926. Das zweite vom britischen Wellcome Trust unterstützte Buch­projekt untersucht die transregionale Materia Medica in China aus dem Blickwinkel von drei sogenannten westlichen Regionen.

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