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TU Berlin

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LI Binyao

So Ausländisch, So Chinesisch: Moderne Navigationshilfen und Indigenes Wissen im Modernen China, 1860–1930

Chinas moderne Infrastruktur entstand im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Forschungen zu Infrastrukturprojekten wie Eisenbahnen und Telegraphennetzwerke legen dabei oft einen Schwerpunkt auf das Studium der Interaktionen zwischen Chinesischen Regierungsbeamten und West­lichen Diplomaten, Firmen und Ingenieuren. Erst in jüngster Zeit rücken neue Fragestellungen in den Fokus der historischen Forschung, wie die Errichtung eines modernen Systems von Navigationshilfen durch die Marine­abteilung des Kaiserlichen Zollamtes (Marine Department of the Chinese Maritime Customs Service, CMCS), welches instrumental war für die Einbin­dung Chinas in internationale Kommunikationsnetzwerke. Diese Studie er­forscht die Rolle von chinesischen Mitarbeitern in der Konstruktion und Er­haltung von Leuchttürmen, Boyen und Leuchtfeuern entlang der chine­sischen Küste und wichtiger Inland- Schifffahrtswege von den 1860ern bis zu den 1930ern. Auf der Basis von Regierungsbulletins, CMCS Ver­öffentlichungen und Zeitungsberichten kann ich zeigen, dass Chinesische Leuchtturmwärter durchaus verantwortungsvolle Posten übernahmen und dass sie Handlungsautonomie bei der Auswahl und Ausübung ihrer Po­sitionen besaßen. Gleichzeitig wurde lokales Wissen über Schifffahrtswege durchaus nicht ignoriert, sondern vom Zollamt systematisiert und neu­organisiert, um in so modifizierter Form unter den Seeleuten und Schiffs­kapitänen zu zirkulieren. Dies zeigt, dass die herkömmliche Narrative eines „Wissenstransfer“ aus dem Westen überdacht werden muss. Meine Studie steht damit in Kontrast zu Robert Bickers Studie der chinesischen Leucht­türme, in der der Autor chinesischen Mitarbeitern und indigenem Wissen nur eine marginale Position zubilligt.

CV

LI Binyao hat Chinesische Sprache und Literatur an der Sichuan Universität studiert. Zurzeit studiert sie im Erasmus Mundus MA Programm „Global Studies“ an der Universität Leipzig und an der Universität Ghent.

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