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TU Berlin

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Natalie Köhle

Poren als Tor und Bahn für das Fließen von Körpersaft, Geist, und Qi

Das Aufkommen eines Begriffs von Feuer im Körperinneren während der Song-Zeit verursachte eine tiefgreifende Veränderung in der chinesischen Körperwahrnehmung. Auf der Ebene von physiologischen Prozessen führte diese Veränderung zu einem Neudenken der Produktion und Transformation von Körpersäften und deren Bewegung im Körperinneren sowie in den Körper hinein und aus ihm heraus. Das Umdenken führte auch zu Veränderungen auf der Ebene von Körperstruktur und Funktion, insbesondere der Funktion der Poren, des Porengewebes und der Körperöffnungen (玄府, 腠理, 七竅/九竅). So werden Poren, die im klassischen China zumeist als Eintrittspforten für körperfremde Pathogene fungieren, nun auch verstärkt als potentielle Blockaden für den Austritt von Hitze wahrgenommen.

Interessanterweise werden Poren und Körperöffnungen zu genau dieser Zeit auch verstärkt als notwendige Türen und Bahnen – oder aber mögliche Blockaden – für die Bewegung von Qi und Geist (shen 神) in den und aus dem Körper beschrieben und damit als zentrale Voraussetzung für Wahrnehmung und Erkenntnis.

CV

Natalie Köhle, Studium der Sinologie, Medizingeschichte und Sozialanthropologie an Harvard, SOAS (London), Peking, und Taipei. Postdoktorandin am Australian Centre on China in the World (CIW), Australian National University (ANU). Ab Januar 2019 Research Assistant Professor am Institut für Geschichte der Hong Kong Baptist University. Natalie forscht über die Ideengeschichte von Körperflüssigkeiten und Körpersäften in der traditionellen chinesischen Medizin, und über historische Kontakte von āyurvedischen, griechischen, islamischen, und chinesischen Medizinsystemen.

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