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TU Berlin

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Silvia Freiin Ebner von Eschenbach

Verkehrsinfrastruktur und Mobilität des Warentransports in einer südostchinesischen Stadt von der Song 宋- bis zur Ming 明-Zeit

Am südlichen Endpunkt des Großen Kanals und am Mündungstrichter des Flusses Qiantang jiang 錢塘江 / Zhejiang浙江 gelegen, war die Stadt Hangzhou 杭州 / Lin‘an 臨安 ein Umschlagplatz und Empfänger (Warenhäuser, innerstädtische Märkte) für den Gütertransport zu Wasser. Ein Haupt­transportkanal durchzog die Stadt in Nord-Süd-Richtung und verband den Flussmündungstrichter mit dem Großen Kanal.

Um die Funktionalität dieses Kanals für den Bootsverkehr zu gewährleisten, wurde Süßwasser aus dem nahe gelegenen Westsee (Xihu 西湖) eingespeist, das jedoch bei Verknappung, absinkendem Wasserpegel und zu geringem Gefälle zeitweise durch Meerwasser ergänzt werden musste.

Dabei waren folgende Probleme zu bewältigen: Schutz der Süßwasserkanäle (Trinkwasserversorgung, Bewässerung der Agrarflächen nordöstlich der Stadt) vor einströmendem Meerwasser, Schutz des Haupttransportkanals vor Versandung im Falle der Einspeisung von – sedimentreichem – Meer­wasser (Gezeitenwasser).

Ziel des Vortrags ist es aufzuzeigen, wie die Lokalverwaltung Hangzhous / Lin’ans versuchte, diese Probleme technisch mit Wehren und Schleusen und stetiger Wartung (Aushub- und Reparaturarbeiten) zu lösen.

Der Vortrag will außerdem darlegen, mit welchen weiteren Problemen sozialer und wirtschaftlicher Art als Begleiterscheinungen der Wartungs­maßnahmen sich die Lokalverwaltung konfrontiert sah (Widerstand der Bevölkerung gegen Arbeitsdienste, Widerstand der lokalen Händler wegen befürchteter Gewinneinbußen, Sabotage durch einflussreiche Familien aus Eigennutz). Der Vortrag zieht Studien zur Kommerzialisierung urbaner Zentren in Südostchina und speziell Hangzhous / Lin‘ans von Shiba Yoshinobu 斯波義信 heran, ferner die Gesamtdarstellungen zu Hangzhou / Lin’an von Arthur Christopher Moule und Jacques Gernet. Als wichtigste Primärquelle dienen die seit der Song 宋-Zeit fortwährend aktualisierten Ausgaben der Lokalchronik (difangzhi 地方志) der Präfektur Hangzhou / Lin’an, da themenbezogen in sie alle einschlägigen Petitionen (zou 奏) und Berichte (ji 記) aufgenommen wurden.

CV

1985 Promotion in Sinologie (mit Indologie und Mongolistik), 1986 Diplom in Geographie (mit Volkswirtschaftslehre) an der Universität und der TU München, 1988–1994 Assistentin am Sinologischen Institut der Universität Würzburg, 1994 Habilitation und Venia legendi in Sinologie, 1997–1998 Lehrstuhlvertretung an der Universität zu Köln, seit 2000 Außerplanmäßige Professorin an der Universität Würzburg

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